Schriftklassifikation

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Karl Gerstner
Das Angebot an Schriften ist fast unerschöpflich. Alle Schriftarten kann niemand kennen. Selbst in Zeiten vor dem Personalcomputer und vor dem Fotosatz, als Schriften noch aus Bleilettern bestanden und der Markt noch einigermaßen übersichtlich war, gab es das Bedürfnis Ordnung in die Vielfalt der Schriften zu bringen.

Die meisten Unterschiede der Schriften lassen sich an den markierten Details der Buchstaben im Beispielsatz erkennen. Serifen, Kehlungen, Unterschiede der Strichstärken, Neigung der Symmetrieachse, Neigung des Querstrichs beim kleinen „e“ oder die Form des Anstrichs bzw. Dachansatzes helfen eine Schrift ihrer Gruppe zuweisen. Mehr zu diesen Details finden Sie im Kapitel „Details der Buchstaben“.

Schriftklassifikation nach DIN 16518

Auf den nächsten Seiten wird die Schriftklassifikation nach DIN von 1964 vorgestellt. Diese Art der Klassifizierung ist historisch bedingt und eigentlich nicht mehr zeitgemäß, denn sie ist zum einen stark auf den deutschsprachigen Raum ausgerichtet und wird zum anderen der Schriftentwicklung der letzten fünfzig Jahre nicht gerecht. Die Schriftklassifizierung nach DIN 16518 wird trotz ihrer Mängel immer noch in der Ausbildung in den grafischen Berufen in Deutschland benutzt. Seit 1998 liegt von Indra Kupferschmid ein Vorschlag zur Überarbeitung dieser Norm vor, das Schriften nach ihrer Form ordnet. Eine weitere Möglichkeit zur Ordnung der Schriften bietet auch die Beinert-Matrix von Wolfgang Beinert.

Antiqua-Schriften

Der Begriff „Antiqua“ bezeichnet eine Schriftart oder Schriftgattung. Es werden alle rundbogigen Schriften römischen Ursprungs damit bezeichnet – mit oder ohne Serifen. Zu den Antiqua-Schriften gehören nicht die gebrochen Schriften, fremde Schriften und Schriften kalligraphischen Ursprungs.